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Kunst oder kulturgeschichtlich bedeutsame Objekte zu sammeln, ist kein Privileg staatlicher Organe. In der Geschichte des Sammelns und der Sammlungen tritt der Gedanke, der Staat sei verpflichtet, das kulturelle Erbe zu sichern und es den Bürgern z.B. in Museen und öffentlichen Sammlungen zugänglich zu machen erst verhältnismäßig spät auf, während bedeutende private Sammlungen uns schon aus der Antike bekannt sind.

Die Sammlung Friedrich von Fuchs begann im Jahre 1967. 1826 wurde ein Vorfahr des Sammlers in Bayern von König Ludwig I. in den erblichen Adelsstand erhoben; das Familienwappen zeigt unter anderem natürlich einen Fuchs. Das Wappentier wurde für den Sammler gleichsam zum Auslöser für das Interesse an Gegenständen, die mit dem Fuchs in irgendeiner Verbindung stehen. Friedrich von Fuchs, Jahrgang 1932, hat bislang bereits an die 2000 Objekte dieser Art zusammengetragen wobei die Stückzahl weniger als der Wert der Objekte eine Rolle spielt. Mit einem Eintrag im „Guinness Buch der Rekorde“ wurde die Sammlung 1996 gewürdigt. Sie prägt unübersehbar den unmittelbaren Lebensbereich des Sammlers, der sein Haus in Linden [Hessen] „Villa zum Fuchsbau“ nennt und die Gattin gewöhnlich „Fähe“ ruft. Der überwiegende Teil der Sammlung ist in Vitrinen ausgestellt, doch schmücken besonders reizvolle Objekte auch die Wohnräume des Ehepaares.

Sieht man ab von einer formalen Kategorisierung der Sammlungsobjekte – Gemälde, Graphik, Bücher, keramische Objekte, Elfenbein, Meerschaum, Bronzen, edle und unedle Metalle, sowie Porzellane und Holz –, so lassen sich drei thematische Hauptgruppen in der Sammlung ausmachen.

Es sind zunächst die Objekte, in denen der Fuchs mit denjenigen Eigenschaften ausgestattet ist, die ihm über die Tierfabeln, vornehmlich den REINEKE FUCHS und die Fabeln Jean de La Fontaines [1621 – 1695], zugeschrieben wurden. Hierher gehören alle graphischen Blätter und illustrierten Buchausgaben des Reineke Fuchs, die mit über 200 verschiedenen Exemplaren vertreten sind [einschließlich Joh. Wolfgang von Goethes Erstausgabe von 1794]. Es ist festzuhalten, dass die Illustrationen der Goetheschen Bearbeitung nicht mit der Radierungsfolge Joh. Heinrich Rambergs [1826], der Stahlstichfolge Kaulbachs oder deren Umsetzung in den preiswerteren Holzstich durch Julius Schnorr bei Cotta-Verlag endeten. Weitere Illustrationen z.B. in Stahl gestochen von Heinrich Leutemann oder von Paul Meyerheim wieder in Holz gestochen. Im 20. Jahrhundert fanden sich ebenfalls kompetente Illustratoren des REINEKE FUCHS, die nun allerdings für bibliophil gestaltete Textausgaben arbeiteten. Hier sind zu nennen F. W. Kleukens, Walther Klemm, O. Schubert, Karl Steinel, A. Paul Weber.

Der genannten Gruppe sind auch zuzurechnen alle Objekte, die die erwähnten graphischen Blätter als Vorlage benutzten und in andere Materialien oder künstlerische Techniken umsetzten. So nutzten etwa um 1850 bis 1880 Schnitzer und andere Kunsthandwerker nach Kaulbachs Zeichnungen in Elfenbein, Meerschaum, Bronzen und Porzellanen kunsthandwerklich wertvolle Exponate herzustellen.

Eine zweite, zahlenmäßig umfangreiche Gruppe von Objekten stellt den Fuchs als Tier dar, ohne die literarisch tradierten Eigenschaften zu berücksichtigen. Hier ist ein eher realistischer Blick auf die Gestalt des Tieres, sein tatsächliches Verhalten etwa beim Beutefang oder beim Umgang mit seinen Jungen für die Gestaltung der Objekte maßgeblich. Dieser sachliche Zugang schließt nicht aus, dass die Fuchsdarstellung das Gepräge jeweils herrschender Stilrichtungen annimmt. Von den Kupferstichen und Radierungen Joh. Elias Ridingers [1698-1767], dessen Ansatz verpflichtet sind und aus genauer Beobachtung der dargestellten Tiere erwachsen über die Fuchsdarstellungen der Brüder Johannes und Carl Friedrich Deiker und anderer Tier- und Jagdmaler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bis zu den Porzellanplastiken des Jugendstils und den Metallobjekten des Art Deco, an denen die elegante Kontur des gestreckten Tierleibs ebenso fasziniert wie die wollige Fülle des zusammengerollt ruhenden Fuchses, spannt sich hier ein weiter Bogen.

Nicht ganz einfach ist die Festlegung einer übergreifenden Darstellungsabsicht bzw. einer thematischen Grundkomponente bei der dritten Objektgruppe. Hier geht es nämlich weder um die erdichteten Eigenschaften des Fabeltiers noch um die tatsächlichen Verhaltensweisen wirklicher Füchse. Das Fuchsmotiv wird hier Darstellung- oder Verwendungszwecken zugeordnet, die entweder rein dekorativ bestimmt sind oder auch nur das Wort “Fuchs“ in seinen unterschiedlichen Bedeutungen bildhaft umsetzen, das z.B. als Eigenname, als Bezeichnung für junge Korporationsstudenten oder als Begriff für einen schlauen Menschen schlechthin erscheint, wobei sich allerdings schon Berührungspunkte mit der ersten, der allegorisierenden Objektgruppe ergeben können.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert nämlich hielt REINEKE FUCHS in gereinigter Form als Kinder- und Jugendbuch auch Einzug in die Welt Kindlicher Vorstellungen. Hier ist denn auch gegenwärtig noch ein lebhafter Nachklang des Fuchsepos vernehmlich: In aktuellen Kinderbüchern fast aller Sprachen und Kulturkreise treibt der Fuchs weiter sein Wesen, ein meist freundlich pfiffiger Geselle, der nur noch wenig gemein hat mit seinem weltklugen Uhrahn, dem REINEKE FUCHS:

In einer weiteren Abt. sind nichtbewegliche über Europa verstreute Kunstwerke wie Mosaiken, Stuckarbeiten, Denkmäler und viele andere Kunstwerke fotographisch festgehalten. Leider wird die Sammlung und Ausstellung von Nichtwissenden immer wieder in die Schublade „Das ist nur etwas für Kinder“ geschoben.

Wissenschaftler aus Universitäten rund um den Erdball treffen sich im Abstand von zwei Jahren zu internationalen Kolloquium zusammen.

Im Reineke Fuchs Museum in D 35440 Linden-Leihgestern gibt es zu jedem Exponat eine Hintergrundinformation so dass die Ausstellung mit zum Teil über 200 Jahre alten Exponaten trotzdem lebendig wirkt.

Nähere Informationen erhalten Sie auch unter
www.reinekefuchs-museum.de

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